Sooss

Lage des Ortes
Sooß liegt, umrahmt von malerischen Weingärten, 25 km südlich von Wien in der Thermenregion. Die Seehöhe beträgt 220 m. Sooß hat 1000 Einwohner




Name des Ortes
Sassa ad tres fontes (Ort bei den drei Brunnen). "Sassa" leitet sich aus dem lateinischen Wort "saza" ab, was so viel wie Ansiedlung bedeutet. Erstmals erwähnt wird der Ort als "Saze" in einem Buch des Stiftes Heiligenkreuz um 1200. Urkundlich: 1200 Saze, 1260 Sazz, 1299 Saze


Sooss und der Wein
Glaubt man der Legende, so hat Kaiser Probus (276 - 282) edle Sorten aus Italien bringen und Weingärten anlegen lassen. Sooß ist berühmt wegen seiner hervorragenden Rotweine und gilt als einer der führenden Rotweinorte Österreichs. Mit dem Namen Sooß verbindet man in Österreich den Begriff einer alteingesessenen Weinkultur. Sooß wird auch "Ort des Weines und der Blumen" genannt. Charakteristisch für unseren Ort sind die sogenannten "Heurigen", bei denen die Weinbauern in mehreren Wochen des Jahres Wein und Speisen verkaufen. In Sooß gibt es an die 40 "Heurige". Von ganz einfachen, bis zu Lokalen die eher einem Restaurant gleichen. Diese Heurigen werden, besonders am Wochenende, von vielen Gästen aus dem Raum südlich von Wien besucht.

Ein im Jahr 1933 aufgenommenes Foto zeigt drei trinkfeste Sooßer Weinhauer über die folgendes berichtet wurde: Karl Ganneshofer, geboren 1864, daher 69 Jahre alt, trinkt seit seinem 19. Lebensjahr pro Tag seine 9 Viertel Wein und hat bis heute rund 41.062 Liter Wein getrunken. Franz Brendinger, geboren 1856, daher 77 Jahre alt, trinkt seit seinem 13. Lebensjahr pro Tag seine 8 Viertel Wein und hat bis heute rund 47.450 Liter Wein getrunken. Franz Ganneshofer, geboren 1860, daher 73 Jahre alt, trinkt seit seinem 16. Lebensjahr pro Tag seine 8 Viertel Wein und hat bis heute 41.610 Liter Wein getrunken. Gesamtmenge an Wein aller drei beträgt 130.122 Liter. Alle drei erfreuen sich bester Gesundheit, arbeiten noch fleißig im Weingarten und trinken alle Tage ihre 8 bis 9 Viertel guten Sooßer Wein.
Das waren noch Zeiten!

Geschichte
Vor 4000 Jahren lebten schon Menschen in der Schelmenhöhle, die den Bewohnern, in allen Kriegen die über Sooß hereinbrachen, immer wieder Zuflucht bot. Zur Zeit der Römer stand hier ein Wachturm. Bei der Türkenbelagerung im Jahr 1529 wurde Sooß zerstört und niedergebrannt. Nur neun Personen überlebten das Massaker. 1848 erhielten die Bauern die vollen staatsbürgerlichen Rechte. Der entscheidende Schritt für die Entwicklung des Ortes war 1894 die Inbetriebnahme der Lokalbahnstrecke von Baden nach Bad Vöslau als Anschluss an die bereits bestehende Linie Wien - Baden. Mit dem Hofsalonwagen wurden die Familien des Erzherzogs Friedrich vom Helenental nach Bad Vöslau befördert. 1951 wurde die Teilstrecke leider aufgelassen. Heute existiert nur noch die Badnerbahn von Baden nach Wien. 1971 sollten kleine Orte zu Großgemeinden zusammengeschlossen werden. Dass Sooß seine Selbständigkeit bewahren konnte, verdankt es seinem bekannten Namen als Weinort und den unermüdlichen Interventionen von Bürgermeister Leopold Fischer. Mit der Eigenständigkeit des Ortes konnte auch unsere kleine Schule erhalten werden.

Die Kirche
Die Sooßer Wehrkirche wurde im 14. Jahrhundert erbaut und ist der hl. Anna geweiht. Von der ursprünglichen Anlage ist noch die Umfassungsmauer, der Wassergraben und der Erdwall vorhanden.




Der Lausturm
Eingebettet in sanfte Weinhügel erhebt sich das Wahrzeichen unseres Ortes, der Lausturm. Er wurde 1892 erbaut. Im vorigen Jahrhundert vernichtete die Reblaus die gesamte Weinkultur. Im Volksmund wird erzählt, dass die letzte Reblaus in einem Fass in die Grundmauern des Turmes versenkt wurde.